Werdegang des Meisters Antonio Anastasia
Biografie
Ein vielseitiger Künstler, der die Öffentlichkeit meidet: Antonio Anastasia wurde am 15. Januar 1948 in Maglie (Lecce) geboren und lebt und arbeitet seit 1969 in Rom. Er malt seit 1960. Schon als Kind hatte er einen echten, körperlichen Kontakt zu den Farben: Heimlich schlich er sich in die Werkstatt seines Vaters Salvatore, eines Malers und Dekorateurs, und mischte Lacke und Temperafarben, um ihre chromatischen Wirkungen zu entdecken. Diese angeborene künstlerische Ader führte ihn ganz natürlich zur Kunst. Für ihn ist Kunst absolute Freiheit des Denkens — Fantasie, Leben.
1965 erwarb er das Diplom als Meister der Kunst am Staatlichen Kunstinstitut von Lecce. Er zog nach Rom, wo er 1969 das Diplom der Akademie der Schönen Künste erlangte — mit so bedeutenden Lehrern wie Renato Guttuso, Franco Gentilini, Piero Guccione und Mino Maccari.
Von 1968 bis 1973 arbeitete er im Grafik- und Werbestudio von Giorgio Benvignati und schuf Werke für die Alitalia-Büros weltweit. Von 1974 bis 2005 verband er seinen künstlerischen Beruf mit dem des Grafikers im Kartografischen Amt von Alitalia, wo er die von Piloten genutzten Luftfahrtnavigationskarten entwarf und ausführte. 1990 leitete er die Gruppe ICARUS, ein innovatives digitales System für computergestützte Kartografie, das der nationalen Fluggesellschaft neues europäisches Ansehen verlieh.
Ab 2009, nach dem frühen Tod seiner Frau Rita, fand er Trost in seinem Atelier und widmete sich mit erneuerter Energie fast ausschließlich seiner künstlerischen Hauptberufung. Ohne seinen persönlichen postkubistischen Stil je aufzugeben, entwickelte er eine Forschung zwischen Abstraktem Expressionismus, Futurismus, Spazialismus und Informel — bereits in den 1970er-Jahren auf Glas begonnen.
Nach einem Jahrzehnt des Experimentierens vervollkommnete er eine Technik, die auf der kommunikativen Kraft der reinen Farbe beruht: Synthetiklack, aus der Erinnerung an den Vater, äußerst schwer zu beherrschen und deshalb von niemandem sonst verwendet. Er trägt ihn ohne Pinsel auf, allein mit Spachtel und Fingern, und lässt die Farben unter Führung seiner Hand frei fließen — eine unmittelbare, befreiende Action Painting. Es entstehen fantastische Bilder — Lichtblitze, kosmische Phänomene, siderische Räume — oft inspiriert von zeitgenössischen, auch tragischen Ereignissen, denn für ihn ist Kunst Zeugnis.
Von 2018 bis 2019 gehörte er der von Prof. Giulia Sillato begründeten Strömung des MetaFormismus an und nahm 2019 an der Ausstellung in Matera teil. Seine Arbeit ist eine beständige Forschung, geschätzt von Kritikern und führenden Fachleuten wie Vittorio Sgarbi, Achille Bonito Oliva, Daniele Radini Tedeschi, Paolo Levi, Sergio Rossi und Gastone Ranieri Indoni. Seine Werke erscheinen auf zahlreichen Titelseiten und in renommierten Publikationen und Jahrbüchern der modernen und zeitgenössischen Kunst.
Anastasia gehört zu jener Elite von Künstlern, die sich selbst verwalten, ohne Zwänge oder Bindungen, fern von Moden und Markt. 1971 nahm er am Wettbewerb zum 25-jährigen Bestehen von Alitalia für die Herausgabe einer Briefmarke teil; im April 2005 verließ er das Unternehmen, um sich ganz der Kunst zu widmen. Malen ist für ihn beständiges Engagement, Überarbeitung und Forschung — eine unmittelbare, befreiende Action Painting, frei von jeder Virtuosität.
Seine Themen sind ein Zeugnis der heutigen Welt — Natur und Umwelt, der Kosmos, soziale und geopolitische, oft dramatische Ereignisse — allein durch die Farbe erzählt, ohne Bilder. Wer sein römisches „Galerie-Haus“ betritt, wird vom Regenbogen seiner Palette und von der Energie überwältigt, die die in jedem Raum hängenden und gestapelten Werke ausstrahlen. Er wird weltweit ständig zu Einzel- und Gruppenausstellungen eingeladen; seine Bewertung beruht auf dem 2018 vom SEAC festgelegten Koeffizienten 7,0.
Video-Interview — Via Margutta, Rom 2017
(video — Via Margutta, Roma 2017)